2022: Zur Natur der Dinge im Allgemeinen

Ab hier scrollst du auf eingene Gefahr weiter. Wenn hier überhaupt noch irgendwas kommt, dann kann ich nicht dafür garantieren, dass das irgendeinen Sinn ergibt.

Ok, du hast es ja so gewollt.

Weiter draußen

Der Arkorrok schwebte weit draußen, viel weiter draußen als die anderen es für möglich gehalten hatten.

Ein dünnes Band aus hochverdichtetem Sinn verband ihn mit der goldenen Stadt, aber die Wirkung der Kausalkettengeneratoren hatte er schon lange hinter sich gelassen.

So weit draußen herrschte das Erg. Es hatte ein dichtes Netz aus Monofilamenten gesponnen und damit den Erg-Raum um einen weiteren Sektor erweitert. Und in dem Netz leuchtete eine der Erg-Sphären, die der Arkorrok benötigte um die goldene Stadt wieder mobil zu machen.

In der goldenen Stadt, die eigentlich keine Stadt war sondern nur wie eine Stadt aussah, verfolgten die anderen den Ausflug des Arkorrok. Beluta überwachte die Atmung der goldenen Pyramide, die Sinn machte und das Band nach außen entließ, das die einzige Verbindung des Arkorrok zur goldenen Stadt war.

Einer der Pollock-Brüder stand neben Beluta und lies sanft eine seiner Hände auf sie herabsinken und die Hand spendete ihr Mut. Die Pollockbrüder hatten viele Hände, nicht alle waren so segensreich wie diese.

Die goldene Stadt war schon vor sehr langer Zeit zu dieser Reise aufgebrochen. Damals schien es eine gute Idee zu sein. Dann brach eine Krankheit an Bord der Stadt aus und befiel die gute Idee und sie überlebte nur knapp. Aber der Fieberwahn hatte seine Spuren hinterlassen und die Idee zeigte seit damals Anzeichen von Manie und Größenwahn.

Es gab Ärzte, die auf diese Art von Ideen spezialisiert waren, aber entweder war niemals einer an Bord der goldenen Stadt gewesen, oder es war einmal einer da und der spielte heute eine andere Rolle.

In diesem Moment zählte aber nur die Erg-Sphäre, denn die goldene Stadt hatte einen ihrer Treibstoffe durch ein Missverständnis verloren. Es war mitten in der Nacht, als die goldenen Stadt auf das träge dahin marodierende Missverständnis aufgelaufen war. Sie schlug leck und der Treibstoff erkannte seine Chance, schlüpfte aus der goldenen Stadt hinaus und suchte das Weite.

Apropos Weite: Der Arkorrok war immer noch viel weiter draußen, als es ihm selbst gefiel. Aber die Erg-Späre war nun fast zum Greifen nah. Und als sich der Arkorrok der Sphäre entgegen streckte, da riss das dünne Band aus Sinn, das ihn mit seiner Stadt verband und mit einem Schlag ergab alles einen ganz anderen Sinn.

Der Arkorrok war jetzt nicht mehr ein Bürger der goldenen Stadt sondern ein Teil des Erg-Bewusstseins. Dieser Zustand verlieh ihm neue Eigenschaften, während er andere verlor. So wurde sein Sinn für Humor durch einen gelben Vogel ersetzt, der immerhin ein sehr erbauliches Lied pfiff. Die Erinnerung an seine erste Liebe wurde ersetzt durch die Fähigkeit, dem Ergraum Struktur zu geben. Nur seine Begeisterung für Schinken vom fetten Schwein blieb so wie sie immer war, denn das war der Fixpunkt, an dem der Arkorrok aufgehängt war.

Viele, die Teil des Erg-Bewusstseins waren, kommunizierten darüber, dass sie den Erg-Raum neu strukturierten. So bildeten die Monofilamente komplexe Figuren, die wie Wasser und in ständigem Fluss waren.

Der Arkorrok schlug einen anderen Ton an und gab dem Erg Strukturen, die hart und unveränderlich waren. So schuf er den Erg-Bunker und pflügt mit diesem durch die Erg-Welt, als hätte er ein Ziel.

Derweil herrschte blankes Entsetzen in der goldenen Stadt. Und diese Herrschaft währte 12 Monde lang und wart erst beendet als ein weißer Ritter das Entsetzen erschlug. Da fiel die Lähmung von den Bewohnern der goldenen Stadt ab und sie riefen Sepulca herbei, eine der sieben unausgegorenen Gestalten. Sepulca erhört die Fürbitten der Bewohner und trug die Stadt in die Gartenbezirke und pflanzte sie in einem Beet satter Schwarzerde ein, auf dass sie hier gedeihen möge.

Das Ergbewusstsein hegte Groll gegen den Erg-Bunker des Arkorrok. Es schickte eine Phalanx blauer Bären, sensorisches Fehlempfinden und drei Liter Milch der scheinbar unaufhaltsamen Macht entgegen. Milch war dem Arkorrok zuwider und er sandte zwei der drei Liter zurück, behielt den dritten aber für schlechte Zeiten. Als die schlechten Zeiten dann kamen, war der dritte Liter Milch nicht mehr aufzufinden. Er war vielleicht schlecht geworden und ein Handlanger hatte ihn entsorgt?

Dann kam der Arkorrok ans Ende und brach mit lautem Getöse aus dem Ergraum heraus. Das Getöse fand Gefallen am Arkorrok und bot ihm seine Dienst an und ab da schritt der Arkorrok immer mit nicht wenig Krach einher. Half aber auch nichts, weil der Erg-Bunker außerhalb des Ergraums keinen Bestand hatte und nach und nach zerfiel.

Ein Glück: Kurz bevor es richtig ernst wurde begegnete der Arkorrok einem Fliegenden Händler, der auch Bestand auf Lager hatte. Für eine kurze Zeit hatte der Bunker wieder Bestand, außerdem nahm der Arkorrok noch ein Fass Sinn und eine Vollmacht mit und zahlte dies alles mit drei Worten, die eine bestimmte Wolkenformation beschrieben, und die der Arkorrok fürs erste nicht mehr brauchen sollte.

Fun Fact: Das Universum ist voller zufälliger Zufälle und kurz darauf begegnete der Arkorrok eben genau so einer Wolkenformation, die er jetzt natürlich nicht mehr zu benennen wusste. Was aber auch nicht weiter schlimm war. Der Händler hingegen freute sich und konnte das, was war, erstaunlich exakt beschreiben.

Das Fass mit Sinn half dem Arkorrok dabei, eben jenen wieder zu finden, als das Erg des Bunkers nun endgültig zerfiel. Das leere Fass konnte dann noch als Transportmittel funktionieren. So trieb der Arkorrok in einem Fass durch Raum und Zeit und sein Leben ergab wieder einen Sinn, es war nur ein anderer Sinn als vorher.

Der Sinn der Lebens ist ein scheues Reh: Versucht man es zu fassen beißt es einem in die Hand und pinkelt frech an die Jagdhütte. So auch hier: Früher war es der Sinn des Lebens für den Arkorrok, die goldene Stadt durch die Unwägbarkeiten des Hier und Jetzt zu leiten. Jetzt war der Sinn viel dünner und hatte mit drei Blumentöpfen zu tun auf denen die Zahl drei stand. Aber als die dann am Ende 3x3x3 also 27 ergaben war der Sinn des Lebens schon erschöpft und die Monotonie machte sich in des Arkorroks Herzen breit.

Die Monotonie war aber hilfreich. Sie wusste von Schicksal der goldenen Stadt, hatte die Umstände deren Verbleibs von der Extravaganz erfahren und die wusste es wiederum von ihrem Schwippschwager. UN der Schwippschwager der Extravaganz hieß Günther und war ein beliebter Redner auf Hochzeiten und anderen Schiffstaufen.

Und dann fiel es dem Arkorrok wieder ein: Goldene Städte und glänzende Kugeln von pulsierendem Erg. Und er machte sich auf den Weg in die Gartenbezirke um den Verbleib seiner geliebten Stadt zu erkunden. So fand der Arkorrok wieder Sinn in seinem Leben und es war der gute alte Sinn, nicht dieses neue Zeug mit der „verbesserten“ Rezeptur. Das mochte keiner.

Die Gartenbezirke lagen etwas abseits der Dinge und ein Wächter stand am Tor der allen Unbefugten den Zutritt verweigerte. Gut dass der Arkorrok noch seine Vollmacht hatte und als er diese vorzeigte wurde er hineingelassen in die Gartenbezirke.

Die Gartenbezirke waren sehr weitläufig und fast schien es dem Arkorrok als wären hier Erdbeerfelder für immer. Dann war da der Olivenhain auf einem Ölberg und der Arkorrok hielt Inne um Kraft zu tanken. Der geneigte Leser wird sich wundern: Da hatte der Arkorrok doch nur noch sein leeres Fass und sein Getöse und seine Vollmacht, wo kam denn plötzlich die Inne her, die er hier halten wollte. Aber das ist ein Geheimnis, das für 100 Jahre unter Verschluss bleiben muss und solange nicht enthüllt werden darf.

Auf dem Ölberg waren noch andere Leute: Ein Troglodyt, der keine Liebe für Höhlen in sich trug, ein Fernfahrer, der die Dinge schätze, die sehr nah waren und ein Lautsprecher, der an einem Nervenleiden litt und keinen Lärm vertrug. Lauter gescheiterte Existenzen, die hier angespült worden waren wie Treibgut in einem Meer aus Unzulänglichkeit und Verlustängsten.

Hier hatten sie eine Theatergruppe gegründet und führten ein Schauspiel auf, das die Natur der Dinge als zentrales Motiv behandelte und diese überraschenderweise erstaunlich gut beschrieb. Der Arkorrok lauschte eine Weile und erfuhr drei Wahrheiten und ein Gerücht. Die erste Wahrheit, hatte mit Schildkröten zu tun, und die Natur der Realität war eben doch ein Stapel aus Schildkröten bis ganz unten hin. Die zweite Wahrheit besagte, dass alles war, was sein konnte, und das führte die erste Wahrheit ad absurdum, weil es eben doch ganz anders sein würde, wenn man nur mal ganz ganz genau nachgucken würde. Und die dritte Wahrheit war, dass grüner Tee einfach besser ist als schwarzer Tee. Und dann war da noch das Gerücht, und das wollen wir hier nicht wiedergeben, denn Spekulationen sind nicht unser Geschäft.

Der Arkorrok wunderte sich nicht schlecht, welch Ausbeute an Weisheit er von diesem zusammengewürfelten Haufen von verlorenen Seelen mit auf den Weg nahm, packte dann aber alles in sein Fass, stieg hoch empor und von dannen.

Lange suchte der Arkorrok seine Stadt, und als er sie endlich fand, so erkannte er sie kaum wieder. Die Stadt hatte Wurzel in der satten Schwarzerde geschlagen und war empor gewachsen, immer dem Licht entgegen. Die Stadt, die eigentlich nie eine Stadt war, sondern etwas anderes, das nur so aussah wie eine Stadt, war jetzt ein Baumhaus, aber ein prächtiges, goldglänzendes und der Stolz des ganzen Beetes.

Und so wie sich die Stadt verwandelt hatte, so hatten sich auch deren Bewohner an die neuen Umstände angepasst. Der Arkorrok erkannte die Beluta, die jetzt wie ein emsiges Eichhörnchen die Äste entlang sprang und goldene Nüsse einsammelte. Und die Pollock-Brüder hatte immer noch so viele Hände, aber die sorgten sich jetzt nur noch um das Wohl und das Gedeihen des goldenen Baumes und das war auch gut so.

Und als der Arkorrok endlich wieder die Stadt betrat, die eigentlich nie eine Stadt gewesen ist und die jetzt ein Baum war, da erkannten ihn die Bewohner und dann fiel ihnen allen wieder ein, was ihre Rolle in dieser Geschichte war.

Auftritt Sepulca: Sie hatte die Stadt aus der größten Not befreit und ihr einen neuen Sinn gegeben und damit war die Statt der Sepulca verpflichtet und die Bewohner standen in ihrer Schuld. So konnte der Arkorrok nicht einfach die Stadt hier entwurzeln und mit sich fort tragen, denn der Arkorrok war von Ehre und Ehre verpflichtet. Also begann er ein Palaver mit der Sepulca und so ein Palaver dauerte lange. Nicht so lange wie ganz früher, also damals bevor die Blaue Flut über die Substanzscheide nach Westen geschwappt war und die Altairbrüder das Eis überquerten. Zu dieser Zeit konnte ein Palaver auch mal wirklich lange dauern, in der Zeit schoben sich riesige Gletscher über die Ebene und tauten wieder ab. Aber dann doch lange: Während der Arkorrok mit de Sepulca beisammen saß erblühte die Stadt, die eigentlich gar keine Stadt und jetzt ein Baum war, trug Früchte, verlor seine Blätter und grünte erneut und dies passierte sieben mal.

Zu guter Letzt fanden die Unterhändler doch noch zusammen. Die Sepulca gab den goldenen Baum frei, entließ seine Bewohner aus der Schuld und legte sogar noch etwas Schinken vom fetten Schwein oben drauf. Dafür musste der Arkorrok bis tief ins Herzen der Stadt, die jetzt ein Baum war, hinab steigen und öffnete dort eine Tür, die er niemals öffnen wollte und holte von dort etwas heraus, um es der Sepulca im Gegenzug zu überlassen. Und das war die Geschichte der Stadt, die eigentlich keine Stadt war, angefangen von der Zeit, in der die Stadt eine klare Gebirgsquelle war, über die Zeit der Gestaltwerdung und der Installation der 12 großen und der 12 kleinen Maschinen, auch über die Zeit, in der das Außen zu etwas wurde, das einer Stadt ähnelte, bis zum Verlust des Commodores und zu der Zeit als prachtvoller Baum.

Das war ein großer Schmerz, denn die Geschichte hat einen großen Anteil am eigentlichen Wesen eines jeden Dings, und wer seine Geschichte verliert, der verliert immer auch einen Teil seiner selbst. Aber dieses Opfer musste gebracht werden, um den Baum auszulösen, der nun ein Baum war und niemals vorher etwas anderes, und wenn doch, so ist das Wissen darüber verloren gegangen oder im Besitz einer der halbgaren Gestalten, welche die Beete im Gartenbezirk bestellen.

Und dann übernahm der Arkorrok nicht erneut, sondern zum ersten mal das Kommando über den goldenen Baum und ihm wurde der Titel des Commodore verliehen und er nahm die 12 große und die 12 kleinen Maschinen in Betrieb und startet zum Jungfernflug. Es gab eine große Entwurzelung mit mächtigem Getöse und das gesellte sich zu dem Getöse, dass der Arkorrok eh schon mit sich umher trug und ein prachtvoller goldener Baum, in dessen Krone eine ganz neue Mannschaft in Baumhäusern lebte, stieg aus dem Beet von satter Schwarzerde empor und schraubte sich einem Himmel entgegen, der neue Abenteuer bereit halten würde.

Zeit der Bäume

Der goldene Baum trieb eine Weile allein durch umstrittene Gebiete und das gab dem Arkorrok die Zeit, seine Mannschaft auf Linie zu bringen. Der wies jedem von ihnen einen Titel, eine Funktion und eine neue Eigenschaft zu und sie alle erfüllten ihre Aufgaben ohne Murren oder Widerworte. Bis auf den kleinen Helgoländer, den hatten die Ereignisse erschüttert und er kannte nur noch die Rolle des Widersachers. Aber der Commodore sprach: Nichts kannst du tun, von dem du denkst, es mit zum Trotz zu machen, denn alles an Bord dieses Baumes ist mein Wille, und so auch du.

Dann begegnete man anderen Bäumen, die mal mit einem Auftrag, ein anderes mal aber völlig ziellos das harte Vakuum durchquerten. Und sie schlossen sich zu einem Wald zusammen. Da war eine mächtige Fichte unter dem Kommando von Vivalo Bergmeister, die eine dringende Depesche an das andere Ende der Welt trug. Eine mächtige Korkeiche unter dem Yül, den die Landbewohner auch unter dem Namen Horgwart kannten. Eine uralter Kiefer, die schon sehr ohne Kapitän oder Mannschaft unterwegs war und nur ihrem eigenen Willen verpflichtet war. Und dazu stießen noch viele Birken, Erlen und Wacholder und bald war der Wald sehr dicht und kam mächtig daher.

Besondere Erwähnung muss ein Baum finden, den die Koordinatoren die Himmelslerche nannten. Sie war ein Gigant unter Giganten, ihre Mannschaft war Legion und ihr Kommandant trug den Titel eines Freiherrn. Und der Freiherr hieß Quberg und die Himmelslerche hatte die wertvollsten Güter geladen. Ihre Stauräume waren gefüllt mit Freiheit und Gerechtigkeit und sie brachten diese Kostbarkeiten zu den Geknechteten und Geschundenen und wahrlich, das war ein ehrenhaftes Unterfangen.

Der goldene Baum hatte keinen Auftrag, denn er hatte keine Vergangenheit und suchte neue Ziele. Der Arkorrok beschloss, seine Dienste einer der großen Achtermächte anzubieten. Zu den Achtermächten gehörte die große Genugtuung, die wilde Verwegenheit, die Tapferkeit im Angesicht der sicheren Niederlage und Dieter. Niemand wusste übrigens so genau wie Dieter es zum Rang einer Achtermacht gebracht hatte, aber der Selektionsprozess ist gnadenlos, also wird er schon irgendwas richtig gemacht haben.

All diese Pläne waren hinfällig als der Willfähr mit der bitteren Horde über den Wald hereinbrach. Es war ein Hinterhalt, der Willfähr hatte hinter einer Ecke gelauert. Eine der völlig nutzlosen Ecken, die wie dumme Missverständnisse träge dahintrieben und ehrlichen Reisenden das Leben unnötig schwer machten.

Da war dann ein großes Getümmel und Buho als die Wegelagerer und der Wald aufeinander prallten. Der Willkür hatte schweres Geschütz dabei: Eine Phalanx aus Monüten, zwei Gelbstücke, die keine Rücksicht kannten und ein gutes Dutzend Schwertfischträger aus Aluminiumeloxatwürfeln. Und die bittere Horde hatte Unheil großen Kalibers in Wurftankschleudern im Anschlag.

Viele Bäume waren nur schwach bewaffnet, waren sie doch für den Handle oder diplomatische Missionen ausgerüstet. Nicht so der goldene Baum, denn 4 der 12 großen Maschinen und 2 der 12 kleinen Maschinen waren Werkzeuge der Vernichtung. Und da dem Arkorrok heute nicht zum Scherzen war, wies er den Holden an, dem er die Funktion des Waffenmeisters zugewiesen hatte,, die Maschinen auf den Willkür auszurichten und dann feuerten sie, als da waren: Der Sonnenwerfer des Exarchats. Die dreizüngige Feuerpeitsche der Mekeltrex Bittstellern. Der Breitbandmodulator der Fürsten vom blauen Berg. Die schwarze Spinne des Nachtkönigs. Der halbgevierte Druckemulgator. Und eines der Bruchstücke von der blass blauen Messingscheibe des Verderbens.

Es war ein erhabenes Bild, wie der goldene Baum und die Himmelslerche Seite an Seite aus allen Rohren feuerten und keiner würde dies so schnell vergessen. Und obwohl der Willfähr und seine bittere Horde zäh waren wie nichts anderes, so mussten sie sich doch alsbald der überragenden Feuerkraft der Bäume geschlagen geben. Und aus dem Rückzug wurde eine Flucht und aus dem Wald erschallte ein Jubeln und ein Siegesgeschrei.

Lieder wurden über diese Schlacht gesungen und die Lieder wurden hinabgetragen bis in das Reich des finsteren Horg. Und der Horg begann den Wald zu fürchten, denn der Horg wachte eifersüchtig über seine finsteren Schluchten und er unterhielt eine mächtige Flotte von gigantischen Steinblöcken und der Horg wollte niemandem gestatten, eine größere Flotte aufzubringen. Und was dann folgte waren die Horgkriege und der Wald hatte viele Schlachten mit den unverwüstlichen Steinquadern auszufechten.

Der Arkorrok litt unter diesem Krieg, denn das hatte alles keinen Sinn. Er hatte gar nichts gegen den Horg und wollte eigentlich nur ein paar Aufträge für die große Genugtuung oder für Dieter oder sonst wen erledigen. Und jetzt sah er sich ständigen Angriffen seelenloser Quader ausgesetzt und musste einen Krieg führen, der nicht der seine war.

Der Wald hielt sich tapfer, aber der Horg fuhr eine Zermürbungstaktik, die auf lange Zeit ihre Wirkung nicht verfehlte: Die Verluste wurden zahlreicher, der Zustand vieler Bäume war desolat und Es gab nie genug Zeit um die Truppe auf Vordermann zu bringen.

Aber dann wendete sich das Blatt. Und auf der anderen Seite eben dieses Blattes trat der König der Mäander aus der Hochebene vom Für-Und-Wider in den Krieg mit ein und der König brachte Ungeheuer mit und die brachten die Wende. Die Männer vom Wald nannten die Ungeheuer Drachen, aber es waren keine Drachen sondern irgendetwas viel schrecklicheres und dann war es eben auch schon egal. Die Steinquader des Horg zerbrachen wie Glas unter dem Ansturm der Ungeheuer aus der Hochebene und die Flotte wurde zurückgetrieben in die Finsternis wo der Horg seine schwarzen Gespinste aus finsteren Gedanken webt.

Das alles brachte ein Machtgefüge durcheinander, das eine lange Zeit für relative Ruhe in den Umstrittenen Gebieten gesorgt hatte. Das Herabsteigen des Mäanderkönigs von seiner Hochebene war eine Provokation der Lokalmächte, der Bor vom hellen Strand und die sieben Sommerfürsten hatten sich schon lange mit dem Gift abgefunden, das der finstre Horg versprühte, aber die Präsenz des Mäanderkönigs hier unten konnte unter keinen Umständen toleriert werden.

Was übrigens auch nicht toleriert werden konnte waren unerwünschte Anrufe mitten in der Nacht. Die waren in letzter Zeit zu einer Plage geworden, dabei gab es hier nicht mal ein Telefonnetz. Und das war dann ja wirklich mal eine Leistung.